Bewusstseinswandel und Yoga

Wie Yoga dich beim aktuellen Wandel des menschlichen Bewusstseins unterstützen kann

von Arjuna

Die menschliche Gesellschaft, das menschliche Bewusstsein befindet sich derzeit in einem massiven Wandel. Ein Bewusstsein, das in Gier, Lüge, Unterdrückung und Gewalt wurzelte und das über viele Jahrhunderte und Jahrtausende gelebt wurde, findet jetzt sein Ende. Die Strukturen, die im alten, destruktiven Bewusstsein aufgebaut wurden, haben längst zu zerfallen begonnen. Das alte Bewusstsein, das sich jetzt in einem letzten Aufbäumen befindet, verliert täglich an Energie, das Satya Yuga, das Zeitalter des Lichts und der Wahrheit, ist im Entstehen.


Wir alle können dazu beitragen, dem erwachenden Bewusstsein der Liebe, Verbundenheit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit Energie zu geben, indem wir uns auf die neue, lichte Energie einstimmen und die entsprechenden Qualitäten leben. Automatisch wird dadurch den zerfallenden Systemen weiter Energie entzogen. Achten wir besonders darauf, das Bewusstsein in einer schöpferischen Weise auszurichten, also die Energie dem Neuen und Lichten zu geben, das entstehen möchte, und jene Qualitäten selbst zu leben, die wir mit dem neuen Bewusstsein verbinden. Denn ein Verurteilen und Bekämpfen der destruktiven Qualitäten der Gewalt und Lüge würde ihnen nur weiter Energie geben.


Yoga steht seit vielen Jahrhunderten für eine positive Energie der Wahrhaftigkeit, der Freude, Leichtigkeit und Verbundenheit, weil Yogis schon früh erkannt haben, dass diese Qualitäten sowohl für die gesamte Menschheit zuträglich sind als auch für den Menschen selbst.

Patanjali als Urvater des Neuen Bewusstseins

Schon vor fast 2000 Jahren hat Patanjali Maharishi seine den meisten Yoga-Übenden wohlbekannten fünf ethischen Qualitäten, die Yamas, beschrieben, die den Menschen zu einer harmonischen Interaktion mit seiner Umwelt führen: Nichtverletzen, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Gierlosigkeit und sinnliche Mäßigung. Würden alle Menschen sich an diesen Werten orientieren, insbesondere jene, die aufgrund unterneh-merischer, politischer und wirtschaftlicher Strukturen über sehr viel Macht verfügen, dann würde unsere Welt bereits heute ganz anders aussehen.


Patanjali hat noch weitere 5 Gebote definiert, die mehr dem persönlichen spirituellen Weg gewidmet sind: Die Niyamas streben danach, die innere Reinheit, Kraft und Hingabe des Übenden zu entwickeln. Es sind die Gebote der Reinheit, des inneren Friedens, der inneren Kraft, der Erkenntnis und der Hingabe an Gott.


Gemeinsam bilden diese „yogischen 10 Gebote“ ein zeitloses Gesetz für das gesunde und harmonische Funktionieren einer Gesellschaft ebenso wie für die spirituelle Entwicklung des Individuums.


Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass es nicht um das Befolgen von Gesetzen oder Verboten geht, sondern darum, die innere Qualität, die ihnen zugrunde liegt, zu stärken und in das tägliche Leben einfließen zu lassen. Gesetze und Verbote wirken von außen auf den Menschen ein. Die Yamas und Niyamas sollen jedoch „von innen heraus“ gelebt werden:  Streben wir danach, Wahrhaftigkeit, Sanftmut, Reinheit, Stille und Hingabe in unser Denken und Fühlen zu integrieren, sodass sie zu natürlichen Bestandteilen unseres Wesens werden und damit spontan und mühelos im täglichen Leben Ausdruck finden.

Moral und Ethik

Wir werden eine Gesellschaft sehen, die sich von Moral zu Ethik entwickelt. Moral ist, was die Gesellschaft, Medien, Lehrer usw. mit erhobenem Zeigefinger predigen, Ethik ist dein innerer Kompass der Reinheit, Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit. Moral kommt von außen, Ethik von innen. Du kannst dich auf das Neue Bewusstsein einschwingen und Teil dieser neuen Gesellschaft sein, indem du dein Leben, Denken und Handeln bereits jetzt in profunder Ethik wurzeln lässt.

 

Auf die innere Stimme hören

Lerne, deiner inneren Stimme zu lauschen und ihr zu vertrauen, fühle, was für dich richtig ist und wahr. Jeder Mensch hat einen inneren Kompass, der ihm die Richtung weist. Dein Körper reagiert auf Schwingungen, Wahrnehmungen und Informationen – fühle seine Reaktion: Ist es wie ein entspanntes Aufatmen, ein Weitwerden, Freude und Leichtigkeit im Körper, ein fast unmerklich Nach vorne-Neigen des Körpers? Oder zieht sich etwas zusammen, fühlt sich falsch und verdreht an, der Körper neigt sich ganz leicht zurück? Hier wird ein wichtiger Aspekt des neuen Bewusstseins liegen, nämlich dass der Mensch mehr innengesteuert und weniger außengesteuert lebt.

 

Auf die Sprache achten

Wir können oft relativ einfach erkennen, wo das „Alte Bewusstsein“ präsent ist – die Sprache gibt uns viele Hinweise: Man sagt bestimmten Mißständen oder Menschen den Krieg an, man kämpft gegen etwas, es wird um den Sieg gerungen, Märkte werden erobert, und dafür gibt es dann ein Arsenal von Waffen und Strategien, um „den Feind zu vernichten“. Vielleicht möchten spirituelle Menschen auch ihre Wünsche und das Ego „abtöten“ und gedankliche Wellen unterdrücken …

 

Aber nicht nur in einer martialischen, kämpferischen Sprache drückt sich das Alte Bewusstsein aus, sondern auch in Aussagen und Redewendungen, die Begriffe enthalten wie Müssen, Zwang, unbedingt, Verbot, Kontrollieren, verpflichtend usw.


Achte also auf die Sprache – auf die Sprache in Medien, Publikationen, Vorträgen und Gesprächen, und auf die Sprache, die du selbst verwendest!

Medienfasten

Ein starkes Element, das uns vielfach im Alten Bewusstsein festhalten will, sind Politik und deren Sprachrohr, die Medien. Es wird der Entwicklung des Neuen Bewusstseins sehr zuträglich sein, wenn man sich zuweilen oder dauerhaft vom Einfluss der Medien zurückzieht bzw. sie nur sehr selektiv nutzt -  und es wie der spirituelle Meister in der folgenden Geschichte zu halten:


Ein Schüler kam ganz aufgeregt zu seinem Meister und rief schon von weitem: „Meister, ich muss Euch etwas erzählen, Ihr werdet es nicht glauben!“
Der Meister sagte lächelnd: „Warte noch einen Augenblick, bevor du es mir erzählst, und beantworte mir zuerst drei Fragen. Wenn du alle drei Fragen mit Ja beantworten kannst, freue ich mich auf die Neuigkeiten. Zuerst also: Ist das, was du mir erzählen willst, wirklich wahr?“
„Nun, man hat es mir erzählt, ich kann es also nicht sicher sagen, ob es wahr ist.“
„Die zweite Frage lautet: Ist das, was du mir erzählen willst, gut, positiv und fördert es Harmonie und Freude?“
„Nein, eher ist es sehr negativ.“ sagte der Schüler, nachdenklicher werdend.
„Und die letzte Frage: Ist es notwendig, dass du es mir erzählst? Ist es wichtig, dass ich es erfahre?“
„Nein, ich fürchte, das ist es nicht.“
„So behalte deine Neuigkeit für dich und belaste nicht mich oder andere mit Dingen, die nicht wahr, nicht positiv und nicht notwendig sind.“


Medienfasten bzw. ein achtsamer Umgang mit Informationen wird uns sensibilisieren für die rechte Unterscheidung, welche Informationen wahr und konstruktiv sind und welche unwahr und destruktiv. Was sind nachprüfbare Fakten, und was sind Interpretationen, Meinungen und Behauptungen? Und vor allem: Was macht die betreffende Information mit mir? Wie fühle ich mich damit? Muss ich es wissen? Zieht es mich energetisch hinunter?

Ende des 1. Teils

 

>> Zum 2. Teil

 




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