Yoga als Herzensbusiness

Do it yourself: wie du deine Yogakurse kostengünstig und ansprechend bewirbst.
Du musst nicht unbedingt Grafikdesigner sein oder über ein riesiges Werbebudget verfügen, um auf deine Kurse aufmerksam zu machen. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl und diesen hilfreichen Tools kannst du dir einen ansprechenden Auftritt ganz einfach selber gestalten.


Von Julia Florence Perndl | www.juliaperndl.com

1. Schritt: Finde deine Kommunikationswege

Online Werbung

Wenn du vorhast, langfristig und ernsthaft zu unterrichten, dich als Yogalehrerin oder Yogalehrer zu etablieren, ergibt eine eigene Website auf jeden Fall Sinn. Sie ist so etwas wie deine digitale Visitenkarte, mit der du online gefunden werden kannst. Hier präsentierst du dein Kursangebot, erzählst, worum es dir geht und informierst über dein laufendes Angebot.
Wenn du Freude am Gestalten hast und ein wenig Geschick im Umgang mit digitalen Medien, kannst du dich daran wagen, deine eigene Website zu gestalten. Hierfür gibt es mittlerweile schon viele Anbieter, die es dir ermöglichen, ohne Vorkenntnisse eine Website zu erstellen. Ich arbeite zum Beispiel gerne mit WIX.
https://www.wix.com/

Eine Website zu betreiben ist aber auch mit Kosten verbunden, außerdem fließen viel Zeit und Energie in die Arbeit. Gerade wenn du erst am Anfang deiner Unterrichtstätigkeit stehst, ist der Aufwand oft nicht gerechtfertigt in Relation zum Nutzen. Wenn du noch nicht in eine eigene Website investieren möchtest, bietet eine Facebookseite eine ansprechende Alternative.
Eine Facebookseite bietet dir Platz, um dich und dein Yogaangebot zu präsentieren. Über den Newsfeed hast du die Möglichkeit, über aktuelle Themen zu schreiben. Du kannst deine Kurse in Form von Veranstaltungen anlegen und mit kleinem Budget zielgerichtet bewerben. Hier reichen oft schon einmalig 5 bis 10 Euro Investition, um genau die Menschen zu erreichen, die sich in deinem Umkreis für Yoga interessieren.

Print Werbung

Der Großteil der Kommunikation findet mittlerweile online statt, trotzdem hat auch Print nach wie vor seine Berechtigung und kann eine schöne Möglichkeit bieten, auf dein Angebot aufmerksam zu machen. Etwa in Form von Flyern und Plakaten, die du im Umkreis verteilst. Überlege dir, wer deine möglichen Kunden sind, wo sie gerne einkaufen und frag, ob du dort deine Werbemittel auflegen darfst.
Wenn es um die Gestaltung von Flyer & Co geht, kannst du dafür natürlich die gängigen Grafikprogramme verwenden. Diese sind aber meist sehr teuer und nicht unbedingt selbsterklärend. Wenn du keine grafischen Vorerfahrung hast, kann ich dir Canva empfehlen. Eine wahre Alleskönner-Web-Applikation, mit der du im Handumdrehen deine eigenen Drucksorten erstellen kannst. Ein bisschen Geschick benötigst du schon, aber eine große Auswahl an gratis Vorlagen ermöglicht es, mit wenig Vorerfahrung wirklich tolle und professionelle Unterlagen zu gestalten.
https://www.canva.com/


Weitere Möglichkeiten

Wenn du nicht gerade in der Großstadt lebst, bieten oft auch die Gemeinden eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Gemeindezeitung, Website, Social Media Kanäle, Schaukästen - frag, welche Möglichkeiten es gibt.

 

2. Schritt: Gestalte deinen Auftritt

Wenn du dich erstmal entschieden hast, über welche Kanäle du kommunizieren möchtest (Website, Social Media, Flyer, etc.) brauchst du natürlich den passenden Content, wie es so schön in der Fachsprache heißt. Gemeint sind Texte, Bilder und Inhalte, die du verwendest, um dein Angebot zu kommunizieren.


Formuliere dein Angebot

Yoga ist in allererster Linie ein Herzensbusiness, im Zentrum deines Angebots stehst du als Persönlichkeit. Statt zu schauen, was die Anderen machen und wie du dich abheben kannst, ist es noch wichtiger, dich auf dich selbst zu besinnen. Deine Persönlichkeit, deine Stärken. Wofür stehst du? Was strahlst du aus? Wenn dir das schwer fällt, kann es auch hilfreich sein, Menschen um dich herum zu befragen. Menschen, die dich gut kennen, aber auch flüchtige Bekannte. Finde heraus, wie du wahrgenommen wirst. Wodurch du andere Menschen berührst. Und dann versuche, dein Angebot in Worte zu fassen, Bilder und Farben dazu zu finden.
 
Bilder

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Diesen Spruch haben wir wohl alle schon tausendfach gehört. Aber vielleicht gerade deswegen, weil er einfach nur zu wahr ist. Mit Bildern kannst du eine Atmosphäre schaffen, ein Gefühl dafür geben, was die Teilnehmer erwartet. In einem Sekundenbruchteil etwas kommunizieren, das vielleicht in einem Text nur schwer auf den Punkt zu bringen ist.


Im Idealfall gestaltet du deine Werbeunterlagen mit deinen eigenen Fotos. Hierfür sollte die Qualität allerdings wirklich gut sein. Wenn du nicht das Budget hast, in professionelle Fotos zu investieren, gibt es dennoch ein paar schöne Möglichkeiten, an geeignetes Bildmaterial zu gelangen.


Lizenzfreie Bilder

Auf den Foto-Plattformen Unsplash und Pixabay findet du eine fast grenzenlose Auswahl an lizenzfreien Bildern, die du für deine Bewerbung verwenden kannst. Die Vielfalt an Möglichkeiten kann dabei oft fast ein wenig überwältigend sein und am Ende weiß man oft gar nicht mehr, für welche Bilder man sich entscheiden soll.
Mein Tipp daher: erstelle einen Account und sammle erst mal alle Bilder, die dir spontan gefallen. Lass einen Tag vergehen, besinne dich wieder darauf, was du kommunizieren möchtest und sieh dir dann deine Auswahl noch einmal an. Wähle aus den gesammelten Bildern aus, und achte darauf, dass sie untereinander zusammenpassen. Zum einen sollte der Farbton stimmig sein, aber auch die Bildsprache. Die Umgebung und Menschen, die gezeigt werden, sollten zu deinem Angebot passen. Beide Plattformen bieten die Möglichkeit, einen Account zu erstellen, so kannst du deine Favoriten sammeln, speichern und später wieder aufrufen. Alle Fotos, die du herunterlädst, dürfen kostenfrei und ohne Copyright-Angaben verwendet werden. Fair ist es, wenn du dennoch den Fotografen erwähnst.
Auf Freepik kannst du nicht nur Bilder sondern auch Vektorgrafiken, Icons und offene Photoshop Dateien herunterladen. Teilweise sind die Grafiken kostenpflichtig, es gibt aber auch eine große Auswahl an kostenfreien Dateien. Mit der Filterfunktion kannst du deine Suche eingrenzen und zum Beispiel nur nach gratis Dateien suchen.
https://www.freepik.com


Optimiere deine eigenen Fotos

Eine sehr wertvolle App zur Bildbearbeitung, mit der du die Qualität deiner selbstgemachten Fotos ganz einfach verbessern kannst, ist Snapseed. Die Bedienung erfolgt intuitiv, erfordert keinerlei Vorerfahrung und liefert wirklich ausgezeichnete Ergebnisse. Die App ist kostenlos für Android und iPhone verfügbar.
Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.niksoftware.snapseed&hl=de_AT
Apple: https://apps.apple.com/at/app/snapseed/id439438619

Farben

Auch die Wahl der Farben, die du verwendest, drückt sehr viel über dich aus. Vielleicht hast du ja schon länger eine Farbe, die dich berührt, von der du findest, dass sie besonders gut zu dir passt? Für ein stimmiges Farbkonzept braucht es meist noch eine zweite und dritte dazupassende Farbe. Hilfreich dabei kann die Website Adobe Color sein. Du kannst aus vielen Vorschlägen von möglichen Farbkonzepten wählen oder deine eigene Farbpalette kreieren.
https://color.adobe.com/de/


Mein letzter und vielleicht wertvollster Tipp:

egal für welche Kommunikationswege und -mittel du dich entscheidest, finde eine Sprache, einen Auftritt, der zu dir passt, mit dem du dich wohlfühlst! Sei authentisch, kommuniziere von innen heraus, ehrlich und ohne dir zu viele Gedanken zu machen wie du wirken möchtest. Dann finden ganz automatisch die für dich passenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu dir.


Viele Freude beim Gestalten,

wünscht dir Julia

 

Autorin

Julia Florence Perndl, MBA

Marketing für Yogalehrer und Menschen in therapeutischen Berufen
4100 Ottensheim, Marktplatz 12

juliaperndl@posteo.at

www.juliaperndl.com