Qualitätsaspekte

Die Qualität deines Yoga-Angebotes wird mittel- und langfristig den Gesamterfolg bestimmen. Überlege, welche Komponenten die Qualität deiner Yoga-Aktivität hat, und wie du diese Komponenten beeinflussen kannst:

  • Die zugrunde liegende Spiritualität und deine Einstellung, deine Authentizität. Selbst leben, was du lehrst; dein eigener Sadhana. Es wird von ausschlaggebender Bedeutung sein (und wird dir selbst auch vermutlich ein Bedürfnis sein), dass du dich vor Beginn der Yoga-Stunde, des Seminars, des Vortrags mit dem geistigen Feld des Yoga verbindest, sozusagen „den spirituellen Stecker in die Steckdose steckt“: Das kann geschehen durch eine eigene Asana-Stunde, durch ein Gebet, ein Mantra, ein kleines Ritual, eine Meditation. Wenn du dich so einstimmst, dann wirst du erleben, dass du in deinem Unterricht und Vortrag verblüffende Zeichen von innerer Führung erfährst – und es ist weniger wichtig, ob du diese Führung nun Gott, dem Guru, der inneren oder höheren Weisheit zuschreibst; es wäre einfach unklug, auf eine Quelle der Inspiration und der Führung zu verzichten, zu der zu führen gerade Yoga das beste verfügbare Instrument ist.
  • Das Yoga-Fachwissen
  • Deine didaktischen Fähigkeiten: Besuche auch mal die Kurse anderer Yoga-Anbieter, beobachte die Lehrer: Welche didaktischen / Unterrichtstechniken könntest du übernehmen? Welche Fehler solltest du vermeiden? Lasse dir Feedbacks von deinen Teilnehmern geben. Belege, wenn du es für dich als hilfreich erachtest, einen Kurs in didaktischen Grundlagen und Techniken: Wie wird Wissen und Erkenntnis leicht und einprägsam anderen Menschen vermittelt? So vermittelt, dass es Spaß macht?
  • Auf die individuellen Bedürfnisse der Kursteilnehmer eingehen
  • Gestaltung des Aufbaues und Ablaufes des Kurses bzw. des Seminars: Achte darauf, dass  Leichtigkeit und Freude im Vordergrund stehen und doch das angestrebte Wissen vermittelt wird.
  • Für die Gesamtqualität spielt auch die Auswahl und Gestaltung des Kursraumes eine große Rolle
  • Auch die Unternehmensbereiche, die nicht direkt den Unterricht betreffen, beeinflussen das Gesamtbild der wahrgenommenen Qualität deines Yoga-Unternehmens: Die Organisation und Kommunikation, beispielsweise deine telefonische Erreichbarkeit (am besten fixe Bürozeiten einplanen und publizieren!), die Klarheit und Struktur deiner Website und die Zuverlässigkeit in organisatorischen Fragen gehören zum Spektrum eines umfassenden Qualitätsbewusstsein deines Unternehmens.
  • Überlege, welche weitere Faktoren die Qualität deines Angebotes beeinflussen – es hilft, sich dabei in die Situation eines Teilnehmers zu versetzen: Was wäre dir persönlich wichtig, wenn du an einem Kurs teilnimmst?

 

Feedback

Wichtig und hilfreich im Zusammenhang mit der Qualität ist das regelmäßige Abfragen von Feedback zu allen Aspekten deiner Kurse / deines Angebots. Die Fragen könnten etwa lauten:

  • Was hat dir besonders gefallen?
  • Was hat dir gefehlt? Was könnte ich besser machen?
  • War die Dauer des Kursabends / Anzahl der Einheiten des gesamten Kurses zu kurz, zu lang oder passend?
  • Konntest du für dein Leben, für deine Gesundheit, für deinen Alltag etwas mitnehmen?
  • Warst du zufrieden mit dem Kursraum? (Größe, Gestaltung / Atmosphäre, Raumtemperatur, Sauberkeit)
  • Findest du den Preis angemessen?
  • Bist du zufrieden mit der Organisation? (Erreichbarkeit, verfügbare Information, Zahlung, Behandlung von Anfragen)


Vergiss nicht zu fragen, wie die Teilnehmer von deinem Kurs erfahren haben – das gibt dir wichtige Information, welche deiner Werbemittel am effektivsten arbeiten, und auf welche du verzichten könntest.

 

Du kannst auch eine Bewertung abfragen, etwa: „Bewerte die einzelnen Aspekte (Kursraum, Kurs-ablauf, Inhalt, Asanas, Vortrag, Meditation, …) mit Werten zwischen 0 (ganz schlecht) und 10 (super) – bei Werten unter 10: Was kann ich tun, um 10 zu erreichen?“
Bewertungen (auch wenn manche sie als „unyogisch“ empfinden mögen) sind auch hilfreich, um Auswertungen zu machen und Entwicklungen zu beobachten, zum Beispiel: Im ersten Semester hast du einen Durchschnittswert von 8,9 erreicht, zwei Jahre später waren es bereits 9,2. Vielleicht zeigen einzelne Bereiche einen Rückgang, während andere sich sehr positiv entwickelten, und es könnte sich zeigen, dass eine Übersiedlung des Kurses in einen anderen Kursraum nicht so gut angenommen wurde. Einiges wirst du auch in persönlichen Gesprächen oder „übers Eck“, also über jemand anderen erfahren, aber die Feedback-Bögen können diese Gespräche und ein persönliches Gefühl, wie dein Angebot erfahren wird, ergänzen.

 

Es recht gemacht für jedermann ...

Dir ist sicher die Aussage „Es recht gemacht für jedermann ist eine Kunst, die keiner kann.“ bekannt. Rechne damit, dass es immer wieder Menschen gibt, denen dein Yoga-Kurs, dein Yoga-Stil, deine Weise zu sprechen und zu lehren nicht zusagt. Sieh das (solange es wirklich nur Einzelfälle sind) nicht als ein Zeichen, dass deine Qualität nicht optimal ist, sondern als ein Phänomen, das wie ein Naturgesetz ist: Auch dich sprechen bestimmte Dinge mehr an und andere weniger. Lasse die unzufriedene Person in Frieden ziehen und den Yoga-Stil oder Yoga-Lehrer finden, der zu ihr passt. Andere werden auf die gleiche Weise zu dir finden.

 

Zertifizierungen

Nach etlichen Jahren als Yogalehrer sehe ich eine Zertifizierung oder sogar einen „Titel“ (z.B. Master of Yoga nach dem ATTC bei Sivananda) als einerseits ein mögliches Werbeargument, um die eigene Qualifizierung und Erfahrung zu unterstreichen, andererseits als im Kursalltag eher verzichtbar – hier spielen die absolvierten Aus- und Weiterbildungen weniger eine Rolle als das, was und wie es vermittelt wird, also deine Persönlichkeit, dein Wissen und deine Erfahrungen.


Einige Möglichkeiten für Zertifizierungen sind:

  • Zertifikat „Yoga-Lehrer/in YAA-500“ (500-Stunden-Zertifikat der Yoga-Akademie Austria). Dieses Zertifikat wird vergeben, wenn du Yogaaus- und Weiterbildungen im Gesamtumfang von mindestens 500 Stunden bei der Yoga-Akademie Austria erfolgreich besucht hast.
  • Zusatz „BYO/EYU“ nach 4-jähriger Ausbildung beim Österreichischen Yoga-Berufsverband (www.yoga.at). Wenn du bei einem anderen Institut deine Yogalehrer-Ausbildung gemacht hast und diese Zertifizierung anstrebst, erkundige dich beim BYO (Berufsverband der Yogalehrenden Österreichs) nach der Möglichkeit und den Kriterien, um den Zusatz BYO/EYU zu erhalten.
  • Titel „Master of Yoga“ nach dem ATTC (Advanced Teacher Training Course) bei der Sivananda-Yoga-Organisation (weltweit, www.sivananda.org): Diesen Titel erhältst du, nachdem du sowohl die Grundausbildung (Teacher Training Course, TTC, 4 Wochen), als auch den ATTC (4 Wochen) absolviert hast.
  • Registrierung bei der Yoga Alliance: RYT-200 oder RYT-500 (Registered Yoga Teacher nach dem 200- oder 500-Stunden-Standard; hierfür musst du bei einer Ausbildungsschule, die den An-forderungen der Yoga Alliance entspricht und bei der YogaAlliance registriert ist, die entsprechende Ausbildung (im Umfang von 200 oder 500 Stunden) absolviert haben und einen jährlichen Beitrag (dzt $ 50 einmalig für Antrag, jährlicher Mitgliedsbeitrag $ 55,-) entrichten.
  • Weitere Abschlüsse von Aus- und Weiterbildungen (z.B. Nuad-Practitioner, Kinderyogalehrer  oder Gesundheitsyogalehrerin) der jeweiligen Ausbildungsschulen.

Für all deine Qualifikationen sowie für deine Berufserfahrungen muss unbedingt Platz auf deinem Folder (Kurzform) und natürlich auf deiner Homepage (ausführlicher) sein. Versetze dich in die Lage deiner Teilnehmer, die ja einen Kurs bei jemandem besuchen wollen, der wirklich sein Fach versteht.