Deine Yoga-Website

Von der Herstellung bis zur Optimierung

von Michaela Krauss

Zu einem erfolgreichen Onlineauftritt als Yogalehrer gehört vor allem eins: Deine eigene Website. Du kannst dadurch über Suchmaschinen gefunden werden, Besucher können mehr über dich und deine Angebote erfahren oder direkt buchen und somit zu Kunden werden.

Heute teile ich daher 5 Tipps mit dir, wie du deine eigene Website erstellst und optimierst. Du hast bereits eine Website? Dann überspringe die ersten beiden Tipps und starte mit Tipp 3, in welchem es darum geht, welche Unterseiten auf deiner Website auf keinen Fall fehlen dürfen.

1.    Webhosting: Wie du deinen idealen Websiteanbieter wählst

Inzwischen ist es so einfach wie noch nie, selbst eine Website zu basteln. Verschiedene Baukastenanbieter oder Plug-ins für Wordpress machen es möglich, deine eigene Website kostenlos, schnell und vor allem selbst zu erstellen.

Welche Fragen du dir bei der Wahl des Anbieters stellen solltest:

  • Welche Funktionen benötigst du zur Zeit und welche wirst du in naher Zukunft benötigen? (z.B. Bezahlfunktion oder Videoupload)
  • Was kosten Upgrades oder Zusatzfunktionen des Anbieters?
  • Wie hoch ist der Preis, nach dem ersten Nutzungsjahr? Oft locken günstige Jahresverträge, deren Preise nach dem ersten Nutzungsjahr ansteigen.


Wordpress oder Baukastensystem - für was soll ich mich entscheiden?

Wordpress
Wähle hier unbedingt WordPress.org. Es gibt nämlich auch wordpress.com. wordpress.org ermöglicht es dir, deinen eigenen Provider auszuwählen und Plug-ins deiner Wahl zu installieren. Sprich, du hast bei wordpress.org volle Gestaltungsfreiheit. Bei wordpress.com wird die Seite automatisch über die Firma Automatticc gehostet und ist im Prinzip ein Baukastensystem, mit entsprechenden Limitierungen (mehr dazu weiter unten).
Wordpress ist ein Klassiker und sehr beliebt bei Agenturen, Online-shops und Bloggern. Zubuchbare Funktionserweiterungen ermöglichen inzwischen eine einfache Handhabung und machen die Websitegestaltung attraktiv & einfach.
Das spricht dafür:  Volle Gestaltungsfreiheit, Google-freundlich, kostengünstiger Einstieg
Das spricht dagegen: Der Einstieg ist um einiges zeitaufwändiger als bei einem Baukastenanbieter. Je nach gewähltem Plug-in kann es teuer werden, und es gibt keinen technischer Support.

Baukastensysteme
Mit einem Baukastensystem ist deine eigene Website innerhalb kürzester Zeit erstellt. Jeder Anbieter hat seine eigenen Designvorlagen und Zusatzfunktionen, welche du mittels Drag & Drop einfach einfügen kannst. Dank Baukastensystemen ist es inzwischen wirklich jedem möglich, eine attraktive Website zu gestalten.
Das spricht dafür: Ansprechende und professionelle Designvorlagen, sehr schnelle Erstellung, Je nach Anbieter ist telefonischer oder e-mail Support sowie leichte SEO Optimierung (SEO = Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung) möglich.
Das spricht dagegen: Gestaltungslimitierungen, Keine Möglichkeit umzuprogrammieren, du bist an die verfügbaren Plug-ins des Anbieters gebunden.

Hier ein paar etablierte und bekannte Baukasten-Anbieter:
https://www.jimdo.com/
https://www.weebly.com/
http://www.wix.com/

Fazit
Was von beiden du wählst, ist dir vollkommen selbst überlassen. Viele schwören auf Wordpress, jedoch haben die Baukastenanbieter ganz schön Fahrt aufgenommen und bieten inzwischen immer mehr Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten an.

Du willst deine Website lieber von jemand anderem aufsetzen lassen?
Solltest du dich dafür entscheiden, deine Website lieber von jemand anderen aufsetzen zu lassen, achte darauf, dass du die Kontrolle über deine Website behältst! Das heißt konkret, dass du anschließend weißt, wie du selbst Texte ändern kannst oder eine neue Seite hinzufügst. Das letzte, was du willst, ist es, dass du jemanden für jede kleine Änderung bezahlen musst, welche du innerhalb von wenigen Minuten selbst machen könntest. Lass dir daher von deinem Websiteentwickler, nach dem Aufsetzen der Website, erklären, wie du selbst Änderungen vornehmen kannst.

2. Deine eigene Domain - dein individueller Websitename

Deine Domain ist deine Internetadresse. Beispielsweise www.yogadate.online. Dabei kannst du sowohl den Namen wählen, als auch die Endung (at, com, online, info usw.)

Worauf du bei der Namenswahl achten solltest
Achte auf eine einfache Schreibweise und wähle idealerweise einen kurzen und prägnanten Namen. Stell dir vor, du triffst im Café einen potentiellen Kunden, der dich nach deiner Website fragt. Ist dein Websitename leicht zu merken oder musst du diesen buchstabieren? So schön und individuell beispielsweise ein spiritueller Name auch sein mag - wenn deine Website nicht gefunden wird, weil der gewählte Name zu kompliziert und ungewöhnlich ist, bringt dir das für deine digitale Sichtbarkeit als Yogalehrer nichts.

Was eine eigene Domain kostet
Die Kosten können je nach Anbieter stark variieren. In der Regel mietest du deine Domain und bezahlst einen monatlichen Beitrag. Bereits für wenige Cent pro Monat kannst du dir deine eigene individuelle Webadresse sichern. Darüber hinaus erhältst du in der Regel zusammen mit der Domain auch einen eigenen E-Mail Account. Dadurch kannst du E-Mail Adressen mit deinem Websitenamen anlegen, wie beispielsweise info@yogadate.online. Vergleichen lohnt sich in jedem Fall, da der Preis von verschiedenen Faktoren abhängt. Dieser wird beispielsweise beeinflusst von Speicherplatzgröße des E-Mail Accounts, der Mindestvertragslaufzeit sowie der Bereitstellung eines SSL Zertifikats für eine sichere und verschlüsselte Verbindung.

Welche Anbieter gibt es?
Hier sind einige Anbieter, die teilweise bereits seit über 20 Jahren auf dem Markt sind:
Strato: https://www.strato.de/domains/
Ionos: https://www.ionos.at/domains/
United Domains: https://www.united-domains.de
Übrigens kannst du beim Domain-Hoster und Web-Hoster zwischen verschiedenen Anbietern wählen, da beides zwei voneinander unabhängige Vorgänge sind.

Ist dein Wunschname bzw. deine Wunschdomain verfügbar?
Das kannst du ganz einfach und kostenlos selbst prüfen. Jeder Domain-Hoster bietet einen kostenlosen Domaincheck an. Klick einfach auf einen der 3 oben vorgeschlagenen Anbieter und teste aus, ob deine Wunschadresse verfügbar ist.

3. Die wichtigsten Unterseiten deiner Homepage

Hier unterscheidet man zwischen "Onepagern" und "Multipagern". Ein Onepager ist eine Website, auf der sich alle Informationen auf einer einzigen Seite befinden. Diese Variante eignet sich vor allem, wenn du nicht so viele Informationen oder Angebote online platzieren musst. Bei einem Multipager, werden Informationen auf mehrere Unterseiten verteilt.

Wenn du dich für einen Multipager entscheidest, dürfen die folgenden Seiten auf keinen Fall fehlen:

Willkommensseite / Startseite
Die Startseite ist der erste Eindruck, den ein Kunde von dir und deinen Angeboten erhält. Bildlich kannst du dir die Startseite als Eingangstür vorstellen, welche geöffnet wird und wo der Besucher einen ersten Blick ins Innere der Wohnung erhascht. Hier entscheidet sich innerhalb weniger Sekunden, ob dein Besucher ein Gast wird und eintritt oder lieber beim Nachbarn klingelt - also abspringt und zur Konkurrenz geht.

 

Um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, sind hier 3 Tipps:
•    Gib deinem Besucher einen Überblick darüber, was er auf deiner Seite findet und was du anbietest (übergeordnete Themen)
•    Verzichte auf eine nichtssagende Startseite, ohne Handlungsaufforderung
•    Mach bereits auf der Startseite auf deinen Newsletter aufmerksam

Die „Über Mich“ Seite
Die „Über Mich“ Seite sollte auf keiner Website fehlen. Vor allem bei kostenintensiven Produkten oder sensiblen Themen ist es dem Kunden wichtig zu wissen, mit wem er es zu tun hat. Denk immer dran: Menschen kaufen von Menschen.

Hier ein paar Tipps für deine „Über Mich“ Seite:
•    Bleib authentisch und persönlich
•    Du hast Expertise in einem für dein Yogabusiness relevantem Gebiet? (Studium, Ausbildung, Weiterbildung) Dann lass es deine Besucher gerne wissen.
•    Stell dir die folgende Frage: Was gibt es Relevantes über mich zu wissen und wie können meine Kunden von meinem Wissen und meinen Erfahrungen profitieren?

Verkaufsseiten
Du kannst entweder eine Unterseite mit allen Produkten erstellen oder einzelne Unterseiten, um deine Besucher nicht mit Informationen zu überladen. Beispielsweise jeweils 3 Unterseiten mit den Themen: Retreats, Yogakurse, Workshops. Je größer und umfangreicher dein Angebot ist, desto mehr Sinn macht es, Unterseiten oder ein Drop-Down Menü zu integrieren.

Kontakt
Vor allem, wenn du einen eigenen Kursraum oder ein Studio hast, darf die Kontaktseite nicht fehlen. Neben einem Kontaktformular kannst du auch E-Mail Adresse, Telefonnummer und gegebenenfalls Standort sowie Öffnungszeiten angeben. Wenn du keinen Standort oder ein Studio hast, dann genügt, meiner Meinung nach, auch ein sichtbar platziertes Kontaktsymbol (z.B. E-Mail Icon) auf deiner Website.  

Blog
Braucht es einen Blog? Aus Google Sicht ist ein Blog sehr hilfreich, um Sichtbarkeit zu gewinnen. Die häufigsten Suchanfragen auf Google sind informationsbasiert. Das bedeutet, dass nicht nach einem Produkt, sondern nach einer Lösung für ein Problem oder nach einer Information zu einem Thema gesucht wird. Auf einem Blog kannst du somit deine Expertise teilen und Besucher auf dich und deine Angebote indirekt aufmerksam machen.

Beachte bei der Blog-Erstellung jedoch, nicht einfach wild draufloszuschreiben. Leider sind die Zeiten, in denen man einfach irgendwas geschrieben hat und bei Google auf Seite 1 erschienen ist, vorbei. Daher empfiehlt auch jeder SEO Experte, erstmals eine Keyword Recherche zu machen, um zu erfahren, wonach potentielle Kunden überhaupt suchen. Anschließend kann man den Blogartikel so verfassen, dass er auch gut bei Google gefunden wird. Solche Artikel nennt man auch SEO-optimierte Blogtexte.

4. Keep it simple - Warum du es einfach halten solltest

Bei der Erstellung der eigenen Website kann man sich kreativ richtig austoben. Jedoch ist die schönste Website nicht unbedingt die erfolgreichste. Wenn dein Besucher von Videos, Pop-ups und Animationen erschlagen wird, ist dieser schnell überfordert, was leicht zum Seitenabsprung führt. Versuche, deine Website daher aus Kundenperspektive zu betrachten und stell dir die folgenden Fragen:
•    Erkennt mein Besucher auf den ersten Blick, worum es bei mir geht?
•    Sind meine Angebote leicht zu finden und verständlich erklärt?
•    Wird es dem Besucher leicht gemacht, sich für meinen Kurs anzumelden?

Denk außerdem daran, dass Animationen und Videos die Ladezeit deiner Website negativ beeinflussen können. Je länger deine Website zum Laden benötigt, desto eher springt der Besucher ab. Darüber hinaus wird eine kurze Ladezeit positiv von Google bewertet. Du musst natürlich nicht komplett auf Videos und Animationen verzichten. Wähle diese aber mit Bedacht und da, wo es Sinn macht.

Mit Hilfe der folgenden Tools kannst du die Ladezeit deiner Website bzw. der einzelnen Unterseiten kostenlos testen:
Google Page Speed Insights: https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/?hl=de
Web Page Test: https://www.webpagetest.org
GT Metrix:  https://gtmetrix.com

5. Gestalte deine Website Mobile-friendly

Im Durchschnitt stammen in Europa über 50% aller Websiteaufrufe von mobilen Endgeräten (Quelle: Statista, 2020). Auch wenn in Deutschland und Österreich, verglichen mit anderen Ländern, noch viele Aufrufe über den Desktop kommen, ist die Tendenz der mobilen Nutzung auch hier steigend. Aus diesem Grund führt kein Weg an einer „mobile-friendly“ Website vorbei.

Wichtige Tipps für die mobile Version deiner Website:
•    Schriftgröße anpassen
•    große Elemente oder überflüssige Informationen ausblenden
•    Bilder oder Videos verkleinern oder ausblenden
•    Änderungen immer darauf testen, wie sich diese auf die mobile Seite auswirken

Fazit

Wenn du dich noch nie mit der Thematik Websiteerstellung und Optimierung auseinandergesetzt hast, klingt es oft kompliziert und überfordernd. Das ist es jedoch wirklich nicht! Deine eigene Website ist schneller erstellt als du vielleicht glaubst und Optimierungen müssen nicht von heute auf morgen passieren. Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, einfach anzufangen und sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

 

TIPP: Online-Kurs "Digitale Sichtbarkeit"

Im 4-wöchigen Onlinekurs „Digitale Sichtbarkeit“ geht es im Modul I. um deine eigene Website, wie du diese erstellst und auf was du achten solltest. Darüber hinaus erhältst du, im Rahmen des Kurses, wertvolles, persönliches Feedback zu deiner Website.

Weitere Themen des Kurses sind Social Media, Newsletters und Werbung im Internet.
>> Infos zum Kurs

Autorin

Michaela Krauss

https://yogadate.online

info@yogadate.online

 

"Ich habe in Innsbruck einen Master in Tourismus & Marketing gemacht, währenddessen im Eventmanagement und anschließend an der Hochschule selbst gearbeitet (Marketing/Projektmanagement). Vor der Yogaausbildung habe ich eine Ausbildung zur Mentaltrainerin absolviert und seit 2016 regelmäßig selbst Yogastunden besucht. Um das gelernte gleich weiterzugeben, habe ich bereits einen Monat nach Ausbildungsstart Yogastunden gegeben. Mein Wunsch, Yoga zu unterrichten war so groß, dass ich im Mai 2020 meinen Job gekündigt habe und nun komplett selbstständig bin. In dieser Zeit (seit April 2020) habe ich mir einen erfolgreichen Onlineauftritt aufgebaut und gemerkt, wie wichtig ein solcher ist.
Ich werde öfters von anderen Yogalehrer/innen darauf angesprochen, wie ich es geschafft habe, mir in so einer kurzen Zeit Reichweite aufzubauen, welche Tools ich verwende, woher ich meine Ideen habe usw. Auf Grund der Nachfrage ist bei mir der Wunsch entstanden, einen Kurs für Yogalehrer/innen anzubieten, in welchem ich mein Wissen weitergeben kann."