Die Meditation Swami Sivanandas

Einmal sagte Sivananda, er wolle den ganzen Tag hauptsächlich meditieren und deshalb nicht ins Büro kommen. Seine Schüler dachten in diesem Moment nicht mehr daran, dass das der Tag war, an dem die Straße gemacht werden sollte, die direkt bei Si-vanandas Hütte vorbeiführte. Den ganzen Tag arbeiteten die Straßenarbeiter also dort, mit dem Presslufthammer und allem, was so mit dem Straßenbau zusammenhängt.


Am Abend, als Swami Sivananda zum Satsang kam, entschuldigten sich die Schüler, dass sie ihn nicht vorgewarnt hätten. Er fragte, wieso und wovor. „Na ja, die Straßenarbeiten...“ Sivananda sagte: „Ich habe nichts gehört“ und war wirklich total erstaunt, als sie ihm das sagten. Er war nicht nur höflich, sondern er hatte tatsächlich nichts gehört. Er hatte einen Presslufthammer direkt neben seinem Meditationsraum nicht gehört – das ist Meditation in Vollendung.
Sukadev Bretz


Wenn man in Meditation geht, ziehen sich die nach außen gerichteten Strahlen des Geistes und der Sinne allmählich immer mehr nach innen, bis, in der vollkommenen Versenkung, die Sinne ihre normale Funktion vorübergehend vollständig eingestellt haben. Dieses Zurückziehen der Sinne ist die Grundlage für sehr tiefe Konzentration und Meditation. Swami Sivananda war ein Meister der Meditation, meditierte er doch bis zu 14 Stunden täglich! Über die Bedeutung der Meditation sagte er:


„Meditation ist der einzige, königliche Weg zum Erlangen der Freiheit. Sie ist eine mystische Leiter, die von der Erde bis zum Himmel reicht, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Dunkelheit ans Licht, vom Leiden zur Wonne, von der Ruhelosigkeit zum bleibenden Frieden, von der Unwissenheit zum Wissen, von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. O Strebende! Meditiert regelmäßig und systematisch jeden Tag! Es ist ein großer Verlust, wenn ihr nur einen einzigen Tag verliert!“


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