Des Fischers Frieden

Ein Fischer sitzt am Bootssteg, seine Beine baumeln und er blickt aufs Meer hinaus.
Ein wohlhabender Tourist tritt zu ihm hin und fragt: „Waren sie heute schon auf Fischfang?“
Der Fischer nickt.
„Fahren sie noch einmal aus?“
Der Fischer schüttelt den Kopf.
„Aber es ist doch gutes Wetter und Sie können, wenn Sie noch zwei- oder dreimal ausfahren, viel mehr Fische fangen!“
Der Fischer blickte ihn nur groß an.

 

Der Tourist, offensichtlich ein erfolgreicher Geschäftsmann, fährt fort:
„Sie können mit den Einnahmen der weiteren Ausfahrten zusätzliche Fischkutter kaufen und Fischer aufnehmen, die die Ausbeute und die Gewinne weiter steigern. Sie können bald eine eigene Fischfabrik aufbauen und .....“ Begeistert redete der Geschäftsmann weiter, machte den armen Fischer in Gedanken zu einem reichen Fischerei-Unternehmer. Er schloss mit den Worten: „Und wenn Sie das alles erreicht haben, guter Mann, dann – dann können Sie hier sitzen, den Tag genießen und aufs Meer hinausschauen!“


Der Fischer sah ihn wieder an, blickte eine Minute aufs Meer hinaus und sagte: „Aber das habe ich doch gerade getan, bis Sie mich dabei gestört haben!“


Prüfen wir uns selbst, ob wir den Umweg über eine Fischfabrik brauchen, um zu uns selbst, zu einem zufriedenen Leben zu finden! Des Menschen endloses und nie zu sättigendes Streben nach Mehr entfernt ihn nur von sich selbst!

 

 

Aus "Die spirituelle Schatzkiste" von Arjuna Paul Nathschläger