Die Geschäftsidee

Wohin willst du? Was siehst du? Was ist deine Botschaft? Welche Größe wird deine Aktivität annehmen / anstreben? Dieses Bild, diese Vision ist die Basis deines Betriebes. Lasse ein lebendiges, freudvolles und deinem Wesen entsprechendes Bild entstehen und beschreibe es in Stichworten, in Bildern, in Gefühlen. Alle Ideen und Anregungen, die du findest (oder die dich finden), die dir zugetragen werden, sei es in diesem Buch oder anderen Büchern, in Gesprächen oder durch Beobachtungen existierender Aktivitäten, können und sollen Inspiration sein für dich, um das aus deinem Inneren zu holen, was bereits vorhanden ist und durch dich und deine Arbeit Ausdruck finden möchte. Fühle deshalb, statt andere zu kopieren, immer wieder tief in dich hinein: Was ist wirklich dein ganz persönlicher Weg, dein Seelenplan?

Beachte auch die spirituelle Dimension deiner Vision: Willst du dich als Werkzeug sehen, durch das Yoga und alles, was es dem Menschen eröffnet, weiter fließt zu den Menschen? Ist dir diese Aktivität ein spirituelles bzw. Herzensanliegen oder geht es hauptsächlich ums schnelle Geld? Fühlst du die lebendige Kraft der Yamas und Niyamas in dir und bist du bereit, eher: fühlst du das Verlangen, parallel zum Unterrichten, neben der Organisation, Werbung und Buchhaltung, deinem eigenen Sadhana täglich Zeit zu widmen? Auf diese Weise kann der Geist des Yoga nicht anders, als in deinen Betrieb zu fließen.

Wir wollen hier den Gedanken der Geschäftsidee, der individuellen Form noch weiter ausarbeiten, denn sie ist das Herz deiner Yoga-Schule. Im folgenden sind einige der vielen Möglichkeiten angeführt, was Grundidee und Form deiner Yoga-Aktivität sein könnte. Lasse dich von einer oder einigen von ihnen inspirieren und finde damit deinen persönlichen Weg, Yoga weiter zu geben. Je mehr du dich als Spezialist oder Expertin für das betreffende Thema profilierst und präsentierst, desto mehr werden die Menschen, die genau das suchen, zu dir kommen.
Viele der folgenden Ideen sind nicht neu, sie werden bereits praktiziert, aber sie bilden Marktlücken und haben großes Potential, vor allem, wenn eine starke Vision dahinter steht, und eine innere Kraft, die sich von Schwierigkeiten und anfänglichen Fehlschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt. Vor allem gilt es, wenn du das volle Potential einer der folgenden Ideen entfalten willst, größer zu denken als beispielsweise (um gleich den ersten Punkt heranzuziehen) in einer Schule drei Kinderyoga-Stunden wöchentlich zu geben. Wenn du eine Vision hast, die über Bezirksgrenzen, ja über die Grenzen der Bundesländer hinaus blickt, wenn du es bereits in dir fühlst, dass du in einigen Jahren zu einer landesweit bekannten Expertin für Kinder-Yoga geworden bist, eingebunden in Weiterbildungsprogramme für Pädagogen oder in ein österreichweites Yoga in Schulen-Projekt, erst dann entfalten diese Ideen das volle Potential, das in ihnen steckt. Tatsächlich bieten die folgenden Ideen jedoch alles, von einer kleinen Aktivität des Ein-Personen-Unternehmens bis zu einer österreichweiten Bewegung mit Aktivitäten in allen Bezirkshauptstädten oder Schulen oder Krankenhäusern.

Yoga in Schulen und/oder Kindergärten

Kinder lieben Yoga – vielleicht möchtest du ein steiermarkweites oder gar österreichweites Projekt „Yoga in Schulen“ oder „Yoga im Kindergarten“ aufbauen und koordinieren – es böte Raum für viele motivierte Yogalehrer/innen! Oder, in kleinerem Rahmen: ein Projekt in deinem Bezirk, mit 10 oder 15 Schulen – mit Freude würde ich ein solches Projekt in der Zeitschrift YogaVision vorstellen und damit andere Bezirke zum Nachahmen einladen!

 

Yoga im Gesundheitswesen

Yoga und Yoga-Therapie kann als die klassische Behandlung begleitende Maßnahme, in der postoperativen Phase, begleitend zur Physiotherapie usw. eingesetzt werden – und nicht nur für die Kranken selbst, sondern auch für das medizinische Personal, für Ärzte, Therapeuten, Krankenschwestern. Kannst du dir vorstellen, dich auf diesen Bereich zu spezialisieren?

 

"Yoga 4 friends"

Eine interessante Alternative zu allgemeinen Yoga-Kursen ist es, Yoga in Kleingruppen im Haus eines Teilnehmers anzubieten: Wenn ein bis drei Personen gemeinsam einen Yogalehrer engagieren, der zu ihnen nach Hause kommt, auf ihre individuellen Wünsche und Anforderungen eingeht, sind sie auch bereit, mehr dafür zu zahlen als für eine Einheit in einem Yoga-Kurs. Du selbst brauchst in diesem Fall keinen Kursraum zu suchen, deine Kunden müssen nicht außer Haus gehen, und der Termin wird individuell abgesprochen. Es ist eine sehr schöne Zwischenlösung von Yoga-Kurs und Privatstunde, die einiges Potential haben könnte.

 

Yoga-Reisen

Sicher bist du nicht der erste, der Yoga und Urlaub / Reisen verbinden möchte. Aber anders als die großen Veranstalter und Reisebüros kannst du ganz individuelle, ja urige Reisen zusammenstellen, sei es auf einer Almhütte in Kombination mit Wandern oder mit Fasten, sei es in Italien oder Kroatien am Meer, sei es verbunden mit einer Kulturreise mit Besichtigungen interessanter (Kraft-)Plätze. Zusätzlich zum eigenen Angebot kannst du auch die Zusammenarbeit mit Reisebüros suchen.


Aber Achtung: Sobald dein Unternehmen eine Leistung anbietet, die über den reinen Yoga-Unterricht hinausgeht, musst du prüfen, ob du dafür eine eigene Gewerbeberechtigung brauchst. Nimmst du z.B. Buchungen für Zimmer entgegen, bräuchtest du dafür gegebenenfalls einen Gewerbeschein als Reisebüro oder Reiseveranstalter. Bei mehr als einer Leistung deinerseits – nämlich Yoga zu unterrichten – könnte es hier schon rechtliche Probleme geben. Bitte erkundige dich vorher genau über die gesetzlichen Voraussetzungen.

 

Gesundheitsyoga-Kurse

Wenn du dich auf die verschiedenen gesundheitlichen Aspekte des Yoga konzentrierst und entsprechende Weiterbildungen besuchst (Yoga-Therapie, Gesundheits-Yoga), kannst du den Menschen zeigen, wie Yoga in der Gesundheitsvorbeuge gegen die unterschiedlichsten Beschwerden helfen kann, und ihnen helfen, gegen Krankheiten und Altersbeschwerden bestmöglich vorzubeugen. Wenn wir uns ansehen, wie viel vermeidbares Leid und Kosten Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzkrankheiten verursachen, können wir das Potential dieses Bereiches entsprechend einschätzen.

 

Yoga in Betrieben

In Österreich sind über 4 Millionen Menschen berufstätig. Yoga im Beruf hat ein noch nicht annähernd erschlossenes Potential, sei es für Unternehmer, leitende Angestellte oder für den Tischlergesellen oder die Supermarktkassierin: Ihre Mitarbeiter und die Leitungsriege bei bester Gesundheit zu halten liegt im Interesse der Unternehmer ebenso wie der Mitarbeiter. Außerdem liegt für unsere gesamte Gesellschaft größte Bedeutung darin, die Yoga-Ethik in allen Bereichen der Betriebe und der Politik / der Behörden lebendig werden zu lassen.

 


Eine Anzahl von weiteren Geschäftsideen findest du im Ratgeber "Erfolgreich selbstständig mit Yoga"