Gayatri

Der Schöpfer-Gott der Hindus, Brahma, wollte gern mit seiner Frau, Sarasvati, die Welt und die Menschen erschaffen. Doch die kluge Sarasvati sah das Elend der vielen Menschen voraus, sah die Kriege und zahllosen Streitigkeiten und wie sich die Menschen in der Materie verlieren würden. Sie sagte, sie wolle daran nicht mitwirken.
So fragte Brahma seine zweite Frau, Gayatri, ob sie ihm helfen wollte, die Welt zu erschaffen. Sie zögerte ebenfalls, sagte dann aber unter einer Bedingung zu: Sie würde mithelfen, wenn für die Menschen ein einfacher und gangbarer Weg geschaffen würde, zur Befreiung zu finden.


So wurde die Welt und die Menschen geschaffen, und sie erhielten einen Weg zur Freiheit: Man sagt, durch das hingebungsvolle und andächtige Rezitieren des Gayatri-Mantras könne der Mensch Verwirklichung erreichen, und so wird dieses heiligste aller Mantras noch heute in zahllosen indischen Familien täglich rezitiert:

Om Bhur Buvar Svah Tat Savitur Varenyam
Bargo Devasya Dhimahi Dhyo Yo Na Prachodayat


„Jedes Mantra in den Veden ist ein Speicher unendlicher Kraft. Auf diese göttliche Mantrakraft vertraut der wahrhaft Suchende. Von allen Mantras ist die höchste und machtvollste Kraft der Kräfte das große glorreiche Gayatri Mantra. In der Tat, Gayatri ist eine undurchdringliche spirituelle Rüstung, eine wahre Festung, die ihren Verehrer bewahrt und beschützt und ihn mit dem strahlenden Licht der höchsten spirituellen Erleuchtung segnet.“
Swami Sivananda

 

 

Aus "Die spirituelle Schatzkiste" von Arjuna Paul Nathschläger